Eine unscheinbare schwarze Rolle fordert die Lauf-Schüler

Feb 29, 16 Eine unscheinbare schwarze Rolle fordert die Lauf-Schüler

Das unscheinbare Teil hat es in sich. Eine schwarze Rolle aus einem verdichteten Schaumstoff. Leicht ist das Ding, ganze 120 Gramm schwer. Ist zwar etwas teurer als es aussieht – aber offensichtlich jeden Cent wert. Weil Laufen eben mehr ist als die reine Bewegung, hatten wir unseren Vorbereitungs-Abend diesmal in den Übungsraum im Ramsthaler Sportheim verlegt für ein Lauftraining der etwas anderen Art.

„Da gibt es ganz gemeine Geschichten“, hatte Rüdiger Kurz mit einem breiten Grinsen gesagt. Und hatte sowas von Recht beim Faszien-Training mit der sogenannten Blackroll, was sich womöglich etwas cooler anhört als schwarze Rolle. „Die Blackroll ist das ideale Instrument zur Regeneration und Selbstmassage mit dem Ziel der Entspannung der Myofaszien, also dem Bindegewebe der Muskeln und Muskelgruppen“, preist der Hersteller sein Trainingsgerät an, das Rüdiger Kurz in mehrfacher Ausfertigung mitgebracht hat: als Rolle, Mini-Rolle und Ball für punktuelle Anwendungen. Die erste Übung ist noch einfach. Mit Druck und im Stehen wird der eigene Fuß über die Mini-Rolle bewegt. Tatsächlich hinterlässt aber bereits die Einsteiger-Übung einen ordentlichen Schmerz an bestimmten Stellen – bei nahezu allen Teilnehmern an diesem Abend.

„Mit der Blackroll sollte man zwei bis drei mal in der Woche trainieren, um seine Beweglichkeit zu steigern“, sagt Rüdiger Kurz, der es wissen muss als Fitness-Trainer in der KissSalis-Therme. Was der 48-Jährige in Theorie und Praxis vermittelt, ist eine Art medizinischer Grundkurs in Theorie und Praxis. Das unscheinbare schwarze Ding ist ein Massage-Gerät, welches Verklebungen und Verspannungen der Faszien löst und damit auch eine entspannende Wirkung für den Rücken hinterlässt. Waden, Oberschenkel, Oberkörper – wo der Körper Muskeln hat, kann die Blackroll zum Einsatz kommen.

„Wenn sich die Muskulatur daran gewöhnt hat, ist das die reinste Wohltat“, berichtet Extremläufer Matthias Krah vom TV Bad Brückenau von seinen Erfahrungen. Die empfohlenen Sätze je Übung liegen zwischen acht und zwölf Wiederholungen pro Übung. 20 bis 30 Minuten sollte man für eine ordentliche Rollkur investieren.

Vom „Kampf gegen die Einseitigkeit“ berichtet der Triathlet aus Karlstadt. Und empfiehlt neben den nötigen Regenerations-Phasen daher ein Zusatz-Training als Ausgleich zum Laufen. Vor allem Training für die Rumpfmuskulatur macht Sinn. „Weicht bei zunehmender Belastung die Spannung aus dem Körper, wird man instabil. Stimmt die Laufhaltung nicht mehr, geht das auf Kosten der Dynamik und schlussendlich auf Kosten der Zeit“, sagt Rüdiger Kurz, wirbt daher auch für das Laufen mit Pulsuhr. „Diese Selbstüberwachung macht Sinn, weil das Körper-Kopf-Empfinden unterschiedlich sein kann. Eine gute Nachricht kann motivieren, obwohl der Körper müde ist. Der eigene Puls ist dagegen eine verlässliche Größe.“
Die Erkenntnis liegt auf der Hand: Ein vielseitiges Training ist effizient – und gesund. „Wer richtig trainiert, hat mehr Spaß am Wettkampf“, sagt Rüdiger Kurz.

Saaletal-Marathon Am Samstag, 19. März, heißt es für die Lauffreunde der Region: auf zum Saaletal-Marathon. Um 10 Uhr starten der Saale-Zeitung-Marathon, der Halbmarathon, der 10-km-Lauf und das Powerwalking. Ab 10.20 Uhr finden die Nachwuchsläufe stattt. Anmeldungen sind bereits per Internet möglich unter:
www.saaletal-marathon.de.

Training
Der SV Ramsthal und die Saale-Zeitung bieten jeden Mittwoch Vorbereitungsläufe an. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Sportheim des SV Ramsthal. Die Aktion richtet sich an Hobbysportler, die die zehn Kilometer laufen oder sich gar an den Halbmarathon heranwagen wollen. Aufgrund der Dunkelheit wird „verkehrssichere“ Kleidung empfohlen.

Quelle: infranken.de

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