Großer Andrang im Saaletal

547 Starter beim 3. Ramsthaler Marathon – Bezirkstitel an Morschhäuser und Böhm

(chw/mib) Für jedes Alter, für jeden Schwierigkeitsgrad war etwas im Angebot des 3. Ramsthaler Saaletal-Marathons. Die Bambini starteten auf dem Sportplatz, dann gab es den AOK-Lauf für Schüler und Hobbyläufer von 4,2 Kilometern, den AOK-8-Kilometer-Walking, den 10-Kilometer-Lauf, den Halbmarathon und den großen Marathon, der auf 42 Kilometern durch das Saaletal führte und den der für Quelle Fürth startende Stephan Gunzelmann in 2:55 Stunden gewann (wir berichteten). 547 Starterinnen und Starter bedeuteten einen Teilnehmerrekord.

Von Ramsthal aus führt die Strecke erst einmal bergauf, um sich dann über Arnshausen ins Saaletal und zurück in Richtung Euerdorf zu schlängeln. Die Halbmarathonläufer biegen dort wieder zurück nach Ramsthal ab, diejenigen, die 42 Kilometer auf sich nehmen, laufen weiter nach Aura, Elfershausen, Langendorf und zurück. Seit dem letzten Jahr werden beim Saaletal-Marathon auch die unterfränkischen Meisterschaften ausgetragen, das heißt, die Strecke ist offiziell vermessen. Den Bezirkstitel sicherte sich Edgar Morschhäuser vor dem Schweinfurter Jürgen Zeißner (TG 48) und dem Kitzinger Sebastian Apfelbacher. Bei den Frauen siegte insgesamt und auch in der unterfränkischen Wertung die Ochsenfurterin Sibylle Böhm. Zweite und Dritte im Bezirk wurden mit Bettina Jauker und Bernadette Obermeier zwei Lokalmatadorinnen vom SV Ramsthal.

„100 gemeinsame Läufe in den nächsten zehn Jahren, bis zur Silberhochzeit.“

Läufer-Ehepaar Fender auf die Frage nach seinen Zielen

Sportlich starke Leistungen gab es aber auch auf den kürzeren Strecken. Den Halbmarathon sicherte sich in einem packenden Zielsprint der Schweinfurter Wolfgang Müller vor dem Ostheimer René Stöckert und dem Sälzer Matthias Geis. Bei den Frauen war die Angelegenheit deutlicher: Die junge Hammelburgerin Anna Keller ließ der Ostheimerin Ellen Stockheimer keine Chance, distanzierte sie um sechs Minuten. Über die zehn Kilometer demonstrierte der Ostheimer Manuel Stöckert in ausgezeichneten 31 Minuten einmal mehr seine Klasse, der gebürtige Langendorfer Markus Unsleber vermochte da nicht Schritt zu halten.

Was aber treibt all diese Menschen – nämlich nicht nur die Top-Athleten, sondern auch die Hobbyläufer – zu solch sportlicher Höchstleistung, die ja nicht unbedingt als rundum gesund bezeichnet werden kann? „Ich bin glücklich“, „das macht glücklich“, „ja, ich bin glücklich“, so äußerten sich die befragten Athletinnen und Athleten nach der Rückkehr – und es lag ihnen allen ein Glanz in den Augen. Auf den Warteplätzen in der Wellnesszone, in der die Physiotherapeutinnen um Bettina Tomitza die erschöpften Muskeln massieren, sitzt Norbert Fender aus Rutesheim bei Stuttgart; der ebenfalls von seinen Glücksgefühlen berichtet. Durch die Ausschüttung von Endorphinen käme es zur Euphorie, die auch als „runners high“ bezeichnet wird. Er ist zum ersten Mal in Ramsthal und es gefällt ihm sehr gut. Fenders Frau läuft ebenfalls, sie wollen „in den nächsten zehn Jahren 100 gemeinsame Läufe absolvieren, bis zur Silberhochzeit“, sagt er und schon wieder taucht dieses glückliche Glitzern in den Augen auf.

Bei den Jaukers ist die ganze Familie beteiligt. Bettina, mit 47 Jahren die schnellste Ramsthalerin, hat schon viele große Läufe gewonnen, diesmal ist sie bei den Unterfränkischen auf Platz zwei gelandet. Sohn Andrés läuft bei den Bambini, Ehemann Thomas begleitet heuer die Läufer als Fahrradlotse. Die Langstreckenläufer sind halt selbst eine Art Familie, in der man sich kennt und schätzt.

Die Läufer starteten nicht nur im Namen ihrer Vereine, sondern auch im Namen diverser Teams, von denen einige ganz lustige Namen trugen, zum Beispiel „Karschter Blindschleichen“ oder „Stolpertrupp Imert“ oder „Rennschnecken 2000“. Per Chip wird die Zeit vermessen. Wenn die Läufer die Startlinie passieren, wird der Chip am Fuß aktiviert. Damit werden die Daten an die Computer im Wettkampfbüro gefunkt. Beim Passieren der Ziellinie geschieht das Gleiche, so dass die Computer schon kurz darauf die Daten online stellen können und die ganze Welt Bescheid wissen kann über die Ergebnisse.

„In Ramsthal werden eben alle Wünsche wahr.“

Der hörbar zufriedene Läufer Manfred Henning

Überhaupt die Technik! Mit einer Art Armbanduhr, die an das GPS-System angeschlossen ist, mit dem auch die Navigationssysteme der Autos funktionieren, kann der Läufer oder die Läuferin nicht nur ihre Zeit und ihren Standort auf der Strecke kontrollieren, das Gerät nimmt auch den Puls auf und die unterschiedlichen Geschwindigkeiten, so dass sich im Nachhinein der gesamte Lauf und die unterschiedlichen Leistungsphasen rekonstruieren lassen, das ganze kann man dann bei Google auf dem Computerbildschirm Revue passieren lassen. So lassen sich Verbesserungen für den nächsten Lauf planen.

Großartig zum Schlafen sei man nicht gekommen, so Gössmann-Schmitt. Am Abend vorher habe man die die Strecke ausgebaut, nachts um vier Uhr wurde alles noch einmal kontrolliert, damit alles seine Ordnung hat. Und am Morgen schließlich sei der allgemeine Adrenalinspiegel nicht nur bei den Sportlern hoch, auch beim Team laufe alles auf Hochtouren. Besonders gut habe die Zusammenarbeit mit den Teams der Freiwilligen Feuerwehren geklappt, so Karin Schmitt. Diese kümmern sich um den reibungslosen Verkehrsfluss auf der gesamten Strecke. Der Ramsthaler Kommandant Stefan Sixt hat hier die Gesamtleitung, für das gleichzeitig stattfindende Starkbierfest werden dann gleich die beteiligten Wehren zum Feiern eingeladen. „In Ramsthal werden eben alle Wünsche wahr“, strahlt Manfred Henning nach erfolgreichem Lauf. Neben den Medaillen, Urkunden und Pokalen gibt es für die Sportler auch noch Werbegeschenke und kleine Bocksbeutel mit Ramsthaler Wein.

Letztes Jahr waren es noch 400 Teilnehmer, dieses Jahr sind es 547. Schon wird gemunkelt, dass man bei solchen Wachstumsraten schon bald an die Grenze der Kapazitäten geraten könne. So sei zu überlegen, ob man die Teilnehmerzahl irgendwo begrenze oder wie man die Veranstaltung noch vergrößern könne, ohne die Qualität zu schmälern, resümierte man im Ramsthaler Organisatorenteam. Es schaut jedenfalls gut aus für die Fortführung der noch jungen Tradition des Marathons im Saaletal.

Quelle: Mainpost

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