Anton Luber ist blind – und läuft Marathon

Anton Luber findet sich dank Begleitung auf jeder Strecke zurecht. In Ramsthal brauchte der 48-Jährige keine vier Stunden für den Marathon. Der schnellste Läufer über die 42,195 Kilometer war Sebastian Apfelbacher von der TG Kitzingen.

Anton Luber läuft mit Gefühl. Muss er auch. Denn: Anton Nuber ist blind. Am Saaletal-Marathon nahm der 48-Jährige dennoch teil. Normalität. Im Jahr 2008 hatte der Nürnberger seinen ersten Marathon absolviert, mittlerweile sind es über 60. „Ich versuche, jeden Monat einen Marathon oder eine Ultra-Strecke zu laufen“, erzählt der Nürnberger bei einem alkoholfreien Weißbier in der warmen Ramsthaler Sporthalle. 3:50 Minuten hatte der Sportler der „BSG N-Ergie“ für die 42,195 Kilometer durch das Saaletal gebraucht. Stets an der Seite von Dieter Probst, verbunden mit einem dünnen Seil. Leichtes Ziehen am Strick und kurze Kommandos genügen Anton Luber zur Orientierung. Auch wenn der Mittelfranke mit unterschiedlichen Partnern läuft, ist das Duo ein eingespieltes Team. Die nötige Fitness bringt Lubers Arbeitskollege als Ultra-Läufer ebenfalls mit. „Die Strecke fand ich eher harmlos. Hart wurde es aber nach 30 Kilometern, Der Gegenwind hat regelrecht zermürbt“, berichtete der zweifache Familienvater, der nach einer schweren Augenkrankheit in der Jugend erblindete.

Sebastian Apfelbacher ist vorne

Drei Stunden und acht Minuten betrug die Siegerzeit von Sebastian Apfelbacher (TG Kitzingen), der im Vorjahr an gleicher Stelle Sechster war. „Die Tempowechsel waren hart. Das gibt Muskelkater“, sagte der 34-Jährige nach seinem 27. Marathon. Die Bestzeit des Weinbau-Ingenieurs steht bei 2:44 Stunden. Mit 60 bis 80 Kilometer pro Woche hatte sich der Ausdauer-Sportler auf den Saaletal-Marathon vorbereitet. „Das werde ich aber steigern müssen für eine neue Bestzeit.“ Viel Training ist die Grundvoraussetzung, um die Königs-Disziplin bewältigen zu können. Um eine ordentliche Zeit zu laufen, muss auch die Vorbereitung am Wettkampftag stimmen. „Warmlaufen, Dehnen und die Schuhe richtig schnüren“, empfiehlt Hans Wagner „Und vorher noch einmal auf Toilette gehen, weil eine gewisse Nervosität immer dabei ist.“ Der Sportler vom TV Bad Brückenau hatte sich ebenso für die Halbmarathon-Strecke entschieden wie Werner Dengler. „Eigentlich wollte ich die lange Strecke laufen, aber mir macht eine leichte Erkältung zu schaffen. Und ich will nicht meine Gesundheit riskieren.“ 1:51 Stunden benötigte der für den TSV Münnerstadt startende Ebenhäuser schließlich. „Ich bin mit der Zeit zufrieden. Die letzten drei Kilometer waren richtig gemein. Bei dem Gegenwind kam man kaum vom Fleck.“

Massagen im Sportheim

Schnellster in der Wertung der Unterfränkischen Meisterschaft im Halbmarathon, hier war ein Laufpass erforderlich, war Edgar Morschhäuser (LAZ Obernburg-Miltenberg) in der Zeit von 1:22 vor Andreas Michaelis (SV Herschfeld/1:25) und Markus Reuter (TV/DJK Hammelburg/1:26). Gesamt-Schnellster über die 21 Kilometer war Matthias Krah (Team Raidlight/1:16:47). Eine komplette Ergebnis-Übersicht findet sich unter http://saaletal.r.mikatiming.de/2013/ Eine gute Idee war es, einen Teil der Räumlichkeiten im Ramsthaler Sportheim zum Massage-Salon umzufunktionieren. Professionelle Hände kneteten müde Beine. Mit Ausnahme eines Bänderrisses hatten die Ärzte Jürgen Sobtzick und Peter Bergel sowie die Sanitätsbereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes keine größeren Verletzungen zu versorgen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Jürgen Kunkel, der die Zuschauer im Zielraum auf dem Laufenden hielt und seinen Teil zu einer mehr als gelungenen Veranstaltung beitrug. Entsprechend positiv fiel das Fazit von Bernhard Gößmann Schmitt aus, der bei der Umsetzung dieser Veranstaltung auf großartige Unterstützung von 160 Helfern bauen durfte. „Das war eine gute Werbung für den SV Ramsthal und die Ortschaften im Saaletal. Die freundliche und offene Art der Läufer sowie die vielen dankenden Worte motivieren, um diese Veranstaltung auch im nächsten Jahr auf die Beine zu stellen.“

Quelle: inFranken.de (Jürgen Schmitt)

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